Erneuerbare Stromversorgung ist die billigste Option

Komplett erneuerbare Stromversorgung in Südamerika bis 2030 möglich

© Lappeenranta University of Technology

Professor Christian Breyer: „Südamerika hat ein einzigartiges Potenzial für erneuerbare Energien“ © Lappeenranta University of Technology

Laut einer neuen Studie der Lappeenranta University of Technology (LUT, Finnland) und VTT Technical Research Centre of Finland Ltd. ist eine komplett erneuerbare Stromversorgung in Südamerika bis 2030 möglich.

Die Studie zeigt auch, dass ein Elektrizitäts-System auf Basis von 100 % Erneuerbaren die billigste Option ist und mit wenigen Energiespeichern erreicht werden kann.

„Südamerika hat ein einzigartiges EE-Potenzial: Patagonien ist einer der besten Standorte für Windkraft, die Atacama-Wüste für Solarenergie, Wasserkraft wird bereits umfangreich genutzt, und auch das Biomasse-Potenzial ist beeindruckend. Daher zählt Südamerika zu den günstigsten Regionen, um sein Energiesystem auf 100 % erneuerbare Energien umzustellen“, sagt Professor Christian Breyer.

EE-Szenario umfasst 415 Gigawatt Photovoltaik

Laut der Studie würde ein 100-prozentiges EE-Stromsystem zwischen 47 und 62 Euro pro Megawattstunde kosten. Zum Vergleich: andere Stromsysteme kosten 75–150 Prozent mehr.

Die installierte Gesamtleistung eines komplett regenerativen Systems bestünde aus 415 Gigawatt Photovoltaik, 144 GW Wasserkraft (Staudämme), 39 GW Laufwasserkraftwerke, 17 GW Biogas, 4 GW Biomasse und 69 GW Windkraft.

Aufgrund der hohen Wind- und Solarstrom-Erzeugung und der vielen Staudämme wären nicht viele Energiespeicher notwendig, betonen die Wissenschaftler. Staubecken können als Speicher für Solar- und Windstrom genutzt werden und Angebot und Nachfrage ausbalancieren.

Wenn das bisher genutzte Erdgas durch Power-to-Gas-Technologien ersetzt würde, würde der Bedarf an zusätzlichen Stromspeichern weiter sinken, heißt es in der Studie.

Lappeenranta University of Technology (LUT, Finnland)