Billigste und sauberste Alternative zur fossilen Stromerzeugung

Positive Effekte der Solarenergie-Nutzung überwiegen negative Effekte der PV-Modulproduktion

© Utrecht University

4.600 Photovoltaik-Module im Utrechter Science Park De Uithof © Utrecht University

Die positiven Effekte der Solarenergie-Nutzung überwiegen die negativen Auswirkungen der Photovoltaik-Modulproduktion.

Das betrifft sowohl den Energieverbrauch als auch die Treibhausgas-Emissionen während der Produktion. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die Atse Louwen und Wilfried van Sark von der Universität Utrecht mit Kollegen von der Uni Gröningen und der TU Eindhoven (Niederlande) erstellt haben.

Die Ergebnisse wurden im Dezember in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Die Massenherstellung von PV-Modulen in Ländern, die es mit dem Umweltschutz nicht so genau nehmen, sorgt regelmäßig für Diskussionen über die tatsächliche Nachhaltigkeit der Photovoltaik.

„In unserer Studie haben wir wichtige Nachhaltigkeits-Aspekte von Produktion und Ertrag von Solarmodulen in den letzten 40 Jahren untersucht. Es zeigte sich, dass Photovoltaik aktuell die billigste und sauberste Alternative zur fossilen Stromerzeugung ist“, berichtet Wilfried van Sark.

Skaleneffekte und Effizienz

Seit Einführung der Technologie in den 1970-er Jahren sind die Kosten von rund 75 Euro auf unter einen Euro pro Watt installierter Leistung gesunken.

Das liegt teilweise an den Skaleneffekten, die in der Industrie erreicht wurden, aber auch an Innovationen in der Technologie und in der Produktion. Daher ist der Energie- und Materialverbrauch pro Modul geschrumpft, während der Energieertrag pro Modul gestiegen ist.

Treibhausgas-Emissionen

Auch in Sachen Treibhausgas-Emissionen schneidet die Modulproduktion gut ab: „Die CO2-Emissionen bei der Modulproduktion werden durch die Solarstrom-Produktion dieser Module mehr als ausgeglichen“, sagt Atse Louwen.

370 TWh Solarstrom dieses Jahr weltweit erzeugt

Die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung beträgt aktuell 300 Gigawatt. Diese Module erzeugen in einem Jahr mehr als 370 Terawattstunden Solarstrom – das entspricht etwa 1,5 % der globalen Stromerzeugung.

„Das mag wenig erscheinen, aber es entspricht bereits einer Reduktion von rund 170 Megatonnen an Treibhausgasen. Und das Wachstumspotenzial ist groß“, betont van Sark.

Nutzen wird immer größer

Da es weiterhin Innovationen in der Produktion und bei den Technologien gebe, werde der Netto-Nutzen für die Umwelt immer größer, so Louwen.

„So werden z. B. die Silizium-Wafer, das Ausgangsmaterial für Solarmodule, immer dünner, und beim Schneiden geht immer weniger Material verloren. Außerdem wird immer weniger Silber für die elektrischen Kontakte verbraucht. Und die Forschung bringt immer höhere Wirkungsgrade hervor, so dass die Sonneneinstrahlung immer besser genutzt werden kann.“

Publikation: „Re-assessment of net energy production and greenhouse gas emissions avoidance after 40 years of photovoltaics development”  by A. Louwen, W.G.J.H.M. van Sark, A.P.C. Faaij, R.E.I. Schropp

Utrecht University